Ein vollständiges Image der Raspberry-Pi-SD-Karte sichert Betriebssystem, Einstellungen, Programme und persönliche Dateien in einem Schritt. Diese Anleitung zeigt, wie Sie eine microSD-Karte unter Windows, macOS und Linux sichern und bei Bedarf wiederherstellen.
Achtung: Beim Wiederherstellen wird das ausgewählte Ziellaufwerk vollständig überschrieben. Prüfen Sie den Gerätenamen und die Laufwerksgröße sorgfältig. Ein falsches Ziel kann zum Verlust anderer Daten führen.
Inhalt
Vorbereitung
- Raspberry Pi vollständig herunterfahren
- microSD-Karte entnehmen und über einen Kartenleser mit dem Computer verbinden
- ausreichend freien Speicherplatz bereitstellen – mindestens in Größe der gesamten Karte
- nach Möglichkeit eine zweite, mindestens gleich große microSD-Karte für einen Wiederherstellungstest verwenden
SD-Karte unter Windows sichern
Unter Windows kann beispielsweise Win32 Disk Imager ein vollständiges Image erstellen. Windows zeigt meist nur die kleine FAT-Bootpartition an; das ist normal. Die Linux-Partitionen des Raspberry Pi sind im Explorer in der Regel nicht lesbar, werden im Image aber trotzdem vollständig erfasst.
- SD-Karte einlegen und Win32 Disk Imager mit den erforderlichen Rechten starten.
- Unter „Image File“ Speicherort und Dateinamen wählen, zum Beispiel
raspberry-pi-backup.img. - Den Laufwerksbuchstaben der SD-Karte sorgfältig kontrollieren.
- Mit „Read“ das Image erstellen.
Zur Wiederherstellung wählen Sie die Image-Datei und die Zielkarte aus und starten „Write“. Die Zielkarte sollte mindestens so groß wie die ursprüngliche Karte sein. Da nominell gleich große Karten geringfügig unterschiedliche Kapazitäten haben können, ist eine etwas größere Karte oft die sicherere Wahl.
SD-Karte unter macOS sichern
Öffnen Sie das Terminal und ermitteln Sie zunächst den Gerätenamen:
diskutil list
Identifizieren Sie die SD-Karte anhand ihrer Größe. Im folgenden Beispiel ist sie /dev/disk2. Ersetzen Sie diesen Namen in allen Befehlen durch das tatsächlich angezeigte Gerät.
Hängen Sie die Karte aus, ohne sie physisch zu entfernen:
diskutil unmountDisk /dev/disk2
Erstellen Sie anschließend das Image. Die Schreibweise rdisk2 verwendet das Raw-Gerät und ist meist schneller:
sudo dd if=/dev/rdisk2 of="$HOME/raspberry-pi-backup.img" bs=4m status=progress
Falls Ihre macOS-Version status=progress nicht unterstützt, lassen Sie diese Option weg. Mit Ctrl+T können Sie während des Vorgangs einen Zwischenstand anfordern.
Image unter macOS wiederherstellen
diskutil unmountDisk /dev/disk2
sudo dd if="$HOME/raspberry-pi-backup.img" of=/dev/rdisk2 bs=4m
sync
diskutil eject /dev/disk2
SD-Karte unter Linux sichern
Zeigen Sie zunächst alle Datenträger übersichtlich an:
lsblk -o NAME,SIZE,TYPE,FSTYPE,MOUNTPOINTS,MODEL
Stecken Sie die SD-Karte ein und führen Sie den Befehl erneut aus. Identifizieren Sie das neue Gerät anhand seiner Größe und seines Modells, zum Beispiel /dev/sdb. Verwenden Sie das gesamte Gerät ohne Partitionsnummer – also /dev/sdb statt /dev/sdb1.
Hängen Sie alle automatisch eingebundenen Partitionen der Karte aus:
sudo umount /dev/sdb1
sudo umount /dev/sdb2
Erstellen Sie das Image:
sudo dd if=/dev/sdb of="$HOME/raspberry-pi-backup.img" bs=4M status=progress conv=fsync
Image unter Linux wiederherstellen
sudo umount /dev/sdb1
sudo umount /dev/sdb2
sudo dd if="$HOME/raspberry-pi-backup.img" of=/dev/sdb bs=4M status=progress conv=fsync
sync
Backup komprimieren und prüfen
Ein Kartenimage ist so groß wie die gesamte SD-Karte – auch wenn nur ein Teil des Speicherplatzes belegt ist. Unter macOS oder Linux können Sie es mit gzip komprimieren:
gzip -k "$HOME/raspberry-pi-backup.img"
Prüfen Sie die komprimierte Datei anschließend:
gzip -t "$HOME/raspberry-pi-backup.img.gz"
Bewahren Sie das Backup nicht ausschließlich auf demselben Computer auf. Eine zusätzliche Kopie auf einem externen Datenträger oder in einem geeigneten, verschlüsselten Onlinespeicher schützt vor Defekten und versehentlichem Löschen.
Wiederherstellung testen
Ein Backup ist erst verlässlich, wenn es sich wiederherstellen lässt. Schreiben Sie das Image deshalb nach Möglichkeit auf eine zweite Karte, starten Sie den Raspberry Pi damit und prüfen Sie Anwendungen, Netzwerkzugang und wichtige Dateien. Die ursprüngliche Karte bleibt während des Tests unverändert.



